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Eigene Musik auf Spotify, Apple, YouTube Music & Co. hochladen

November 6, 2017 · andiherzog

Für Musiker war es noch nie so leicht, ihre eigene Musik ganz ohne Label auf Spotify, Apple Music, YouTube Music & Co. zu laden und selbst zu vermarkten. Es gibt zahlreiche Anbieter, die die Distribution zu den Streaming-Anbietern für dich übernehmen. In diesem Artikel möchte ich dir die wichtigsten Anforderungen (z. B. das Format deiner Musik) und deine konkrete Step-by-Step Anleitung für Distrokid aufzeigen.

Wozu?

Die Ära des Kaufs von Musik und Medien ist offiziell vorbei und wurde vom Streaming abgelöst. Das Nutzerverhalten hat sich in fast jedem Medium drastisch geändert. Aus diesem Grund ist es als Musiker von großer Bedeutung, auf Plattformen wie Spotify, iTunes, Amazon Music und Deezer vertreten zu sein. Da die meisten Nutzer häufig nur noch automatisch generierte Playlists nutzen, wie zum Beispiel das Release Radar auf Spotify, um neue Musik zu entdecken, ist es für Newcomer daher umso wichtiger, eine starke digitale Präsenz aufzubauen.

Voraussetzungen

Bevor du dein Release an einen Dienstleister übergibst, ist es wichtig, sicherzustellen, dass die qualitativen und technischen Anforderungen erfüllt sind. Da das Listing auf den Plattformen kostenpflichtig und nicht veränderbar ist, solltest du die bestmögliche Qualität liefern. Die meisten Dienstleister verlangen WAV-Dateien in 16-Bit und 44,1 kHz, was CD-Qualität entspricht. Wenn höhere Auflösungen möglich sind und du entsprechend hochauflösend aufgenommen hast, solltest du diese auf jeden Fall nutzen. Zum Beispiel akzeptiert DistroKid ein Format von 48 kHz und 24 Bit.

Dateien

Wenn alle deine Sessions bereits hochwertig angelegt, aufgenommen, gemischt und gemastert wurden, geht es nun an die Vorbereitung der Dateien für den Upload auf die Plattformen. Obwohl die Handhabung bei jedem Dienstleister etwas unterschiedlich sein kann, bleibt der Kernprozess ähnlich. Vor dem Upload solltest du deine gemasterten WAV-Dateien noch einmal sorgfältig überprüfen und sicherstellen, dass:

  • keine Knackser oder technischen Fehler vorhanden sind
  • die Auflösung der Dateien korrekt ist
  • unnötige Stille am Anfang oder am Ende der Songs entfernt wurde
  • die Dateien korrekt benannt wurden, entsprechend den Anforderungen des Dienstleisters

Zusätzlich zu den Dateien musst du ein Dokument oder Online-Formular mit weiteren Details wie Genre, Interpret, Komponist, Arrangeur usw. ausfüllen. Diese Angaben sollten sorgfältig überprüft werden, da Änderungen nur bedingt möglich sind. Insbesondere bei der Angabe von weiteren Interpreten, Produzenten und Instrumentalisten solltest du genau sein, da sie in der Regel namentlich genannt werden möchten und Credits prinzipiell immer angegeben werden sollten.

Nach dem Upload und der Überprüfung der Dateien erhält jeder Track einen eindeutigen ISRC-Code, der unabhängig davon, wo und wie der Track später verwendet wird, zur eindeutigen Identifikation beiträgt. Weitere Informationen zum Thema ISRC-Code findest du hier.

Kosten

Die Preise der Dienstleister variieren je nach gewähltem Modell und Paket. Dabei sind der gewünschte Einnahmenanteil sowie die Verfügbarkeit auf bestimmten Plattformen maßgeblich für die Gebühren. Wenn du beispielsweise 100% der Einnahmen behalten möchtest, fällt ein höherer jährlicher Betrag an. Entscheidest du dich für eine Beteiligung des Dienstleisters (meist 10%), werden in der Regel einmalige statt jährlicher Zahlungen fällig. Es ist jedoch zu beachten, dass die Provisionen der einzelnen Plattformen (z. B. etwa 30% bei iTunes) unabhängig vom gewählten Dienstleister abgezogen werden. Die Beteiligung des Dienstleisters bezieht sich auf den Betrag, der nach Abzug der Plattformprovisionen übrig ist. Im Folgenden stelle ich dir drei Dienstleister und ihre Pakete vor.

Distrokid

Mein Favorit unter den Dienstleistern ist Distrokid. Im Gegensatz zu anderen Anbietern ermöglicht Distrokid unlimitierte Uploads durch ein jährliches Mitgliedschaftsmodell. Die Preisgestaltung ist abhängig von der Anzahl der Künstlernamen und -profile, die über den Account vertrieben werden. Wenn du nur deine eigenen Songs hochladen möchtest, reicht das „Musician“ Paket für 20 Dollar im Jahr aus. Ich finde, dass dies die künstlerfreundlichste Variante ist und kann den Service von Distrokid aufgrund meiner eigenen positiven Erfahrungen empfehlen. Vor einigen Jahren bin ich von RecordJet zu Distrokid gewechselt und bin seitdem sehr zufrieden. Wenn du meinen Registrierungslink verwendest, erhältst du einen zusätzlichen Rabatt von 7% auf deinen ersten Jahresbeitrag.

 

TuneCore

TuneCore bietet mittlerweile ein ähnliches Modell wie Distrokid an. Mit einem jährlichen Mitgliedschaftsbeitrag kannst du unbegrenzt viel Musik auf die Streaming-Plattformen hochladen.

RecordJet

Das Preismodell von Recordjet kann im wesentlichen auf Basic und Premium reduziert werden.

Welches Paket besser geeignet ist, musst du anhand deiner geschätzten Verkaufszahlen bestimmen. Hast du schon eine große Fanbase, die deine Musik auf den Portalen stärker nutzen wird? Dann ist es sinnvoller Premium zu wählen. Gehst du von geringeren Verkaufs- und Streamingzahlen aus, kann Basic die bessere Wahl sein, da dich dieses Paket vor Folgekosten schützt.

Fazit

Das Abomodell hat sich mittlerweile zum Standard entwickelt. Es ermöglicht dir, deine Kosten besser zu kalkulieren und unabhängig von der Menge deiner Veröffentlichungen konstant zu halten. Allerdings besteht bei einem Abomodell das Risiko der Bindung. Wenn du dein Abo kündigst, musst du deine Veröffentlichungen zu einem anderen Dienstleister umziehen, andernfalls werden sie aus den Stores entfernt.

Anleitung: Release bei Distrokid

In den Abschnitten zeige ich dir Step by Step, wie du dein Release mit Distrokid veröffentlichst.

Nachdem du dich registriert und eingeloggt hast, wählst du im Menü oben den Punkt Upload und anschließend Upload Music.

 

Stores

Anschließend wirst du zum Upload-Formular geleitet, wo zunächst schon alle Stores (außer Snapchat) vorausgewählt sind. Möchtest du Snapchat zusätzlich auswählen, musst du bestätigen, dass du die vollständigen Rechte an dem Song besitzt.

Künstlerprofile

Anschließend gibst du an, um wie viele Songs es sich beim Release handelt. Zudem gibst du deinen Künstlernamen an. Solltest du bereits Künstler-Profile auf den einzelnen Streaming-Plattformen haben, kannst du sie hier verlinken. Dafür sind entweder IDs oder URLs notwendig. Wie du an diese Informationen kommst, ist in dem Text über des jeweiligen Feldes beschreiben bzw. verlinkt („Help me find it“).

Releasedaten

Anschließend wählst du dein Release-Datum, lädst das Cover hoch (Optimale Maße 3000 x 3000 px) und gibst die Sprache des Songs sowie ein primäres und ein sekundäres Genre des Songs an.

Songdaten

Anschließend folgen die Details zu jedem einzelnen Song.

Hier trägst du den Titel des Songs ein und lädst die finale WAV-Datei für den Upload hoch. Im Bereich „featured artist“ können Features angegeben werden. Auch hier ist es wichtig, dass die verknüpften Künstlerprofile auf den Streaming-Plattformen angegeben werden, damit die Verlinkungen korrekt gesetzt werden.

Die Felder für Songwriter beziehen sich auf den Text („Lyrics“) und die Komposition („Music“). „Lyrics“ betrifft also in der Regel dich und „Music“ den Produzenten. Wenn du sowohl den Beat produziert als auch den Text geschrieben hast, kannst du „Music and Lyrics“ auswählen. Andernfalls solltest du sie aufteilen. Hier ist es üblich, echte Namen anzugeben.

Checkboxen

Nach dem optionalen Zusatzleistungen-Block findest du die erforderlichen Checkboxen. Hier bestätigst du, dass du die notwendigen Rechte hast, um den Song hochzuladen, du die gewählten Optionen und Plattformen verstanden hast und alle notwendigen Genehmigungen eingeholt hast. Der „Done“-Button befindet sich direkt darunter.

Das wars schon!